Almwirtschaft im Riedingtal

Von Sennerinnen und Schickbuben

Die Almwirtschaft Mensch und Tier prägen nach wie vor die Sommer auf der Alm. Früher barg die Abgeschiedenheit viele Gefahren. Die moderne Almwirtschaft hingegen beruht auf leichtere Erreichbarkeit. Wandertourismus und Almproduktverkauf, machen es sagenhaften Gestalten wie den Kasmandln schwer, ihr Unwesen auf der Alm zu treiben. Die Alm Hoch oberhalb der des Riedingbaches gelegene Weideflächen mit Hütten und Ställen, die nur im Sommer für drei bis fünf Monate bewirtschaftet sind, werden als Alm bezeichnet. Die meisten Almen werden mit gemischter Tierhaltung betrieben, hauptsächlich Milchkühe und Jungrinder, aber auch Schafe, Pferde und Ziegen werden gehalten. Nur reine Jungviehalmen werden sich selber überlassen, indem zwei bis drei mal wöchentlich nach ihnen geschaut wird. Ansonsten kümmern sich Sennerinnen und Hirtenbuben um alles. Früher wurden ihnen auch gerne Kinder aus ärmlichen Familien in Obhut gegeben, damit die sich bei guter Luft und kräftiger Ernährung erholen konnten. Das waren die Schickbuben der Sennerinnen. Frauensache Obwohl die Arbeiten auf der Alm körperlich sehr fordernd sind, haben sich die Sennerinnen auf den Almauftrieb gefreut. In gewisser Weise führten sie dort ein Leben in ungebundener Freiheit. Es musste von der Milcharbeit mal abgesehen, „Lek¬tat“, also Feuer- und Zaunholz gesammelt, Zäune repariert, errichtet oder für den Winter wieder abgelegt, Tränken gebaut oder instandgehalten, primitive Unterschlupfhütten für die Hirten, die „Scherme“, mit Vorräten versorgt werden, aber sie waren sozusagen ihr eigener Herr. Rechte – Pflichten – Servitute Noch immer unterliegen die Eigentümer der Almen und Weiden verschiedenen Rechten und Pflichten. Die im Grundbuch festgehaltenen Nutzungsrechte gehen auf lange Tradition zurück und beeinflussen die Almwirtschaft bis in die Gegenwart. Zum Beispiel sind die im Lungau häufig vorkommenden Privatalmen oft durch das Weiderecht belastet, das für eine bestimmte Anzahl von Tieren als Erbe an die nicht den Hof übernehmenden Kinder vermacht wird und erst mit deren Ableben erlischt.

Almenrundwanderweg

An den vielen bewirtschafteten Hütten entlang des Almenwanderweges in den Hinterrieding ist für die Besucher die Geschichte, Menschen, Arbeit und der Naturraum des Riedingtals nähergebracht. Neben der Präsentation der verschiedenen Inhalte auf Thementafeln, sollen die Stationen auch ein Begreifen und Erfahren der Sachinhalte ermöglichen.